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Fachbereich 02

Urbanes Wildtiermanagement

Wildtiere verstehen. Konflikte fachgerecht lösen.

Waschbären auf dem Dachboden, Marder unter dem Dach, Tauben an der Fassade: Wildtiere nutzen Siedlungen als Lebensraum. Wir bewerten die Situation fachlich, berücksichtigen den rechtlichen Rahmen und zeigen Lösungen, die Gebäude schützen und Tiere nicht unnötig belasten.

Zwei Waschbären auf dem Rand einer Holzscheune
  • Bewertung von Konfliktsituationen
  • Bauliche Prävention
  • Rechtskonformes Vorgehen
  • Beratung für Eigentümer und Kommunen

Überblick

Worum es geht

Wildtiere folgen Nahrung und Unterschlupf. Offene Mülltonnen, Futterreste, Komposthaufen und Zugänge zu Dachböden oder Zwischendecken machen den Siedlungsraum attraktiv. Wer nur einzelne Tiere entfernt, löst das Problem selten: Frei gewordene Reviere werden neu besetzt, solange die Ursachen bestehen.

Urbanes Wildtiermanagement setzt deshalb auf Analyse und Vorbeugung. Wo darüber hinaus Maßnahmen wie ein Fang erforderlich sind, stimmen wir das Vorgehen mit den Jagdausübungsberechtigten und den zuständigen Behörden ab.

Für wen wir tätig sind

  • Haus- und Grundstückseigentümer
  • Wohnungswirtschaft und Hausverwaltungen
  • Kommunen und Ordnungsämter
  • Schulen, Kitas und öffentliche Einrichtungen
  • Gewerbe und Industrie
  • Landwirtschaft

Leistungen

Leistungen im Detail

  • Situations- und Konfliktbewertung

    Welche Art ist beteiligt, wo verschafft sie sich Zugang, welche Schäden sind entstanden und welche Risiken bestehen, etwa durch Verkotung, beschädigte Dämmung oder Kabelverbiss?

  • Bauliche Prävention

    Konzepte zum Verschließen von Zugängen, Kletterschutz an Fallrohren, Rückschnitt von Bewuchs am Gebäude sowie Schutz von Dachflächen und Lüftungsöffnungen.

  • Vergrämung

    Tierschutzgerechte Maßnahmen, die Tiere dazu bewegen, ein Quartier zu verlassen, ohne dass Jungtiere eingeschlossen oder von den Elterntieren getrennt werden.

  • Abstimmung mit Behörden und Jägerschaft

    Ist ein Fang oder eine Entnahme erforderlich, klären wir Zuständigkeiten und Genehmigungen und koordinieren das Vorgehen mit den zuständigen Stellen.

  • Beratung für Kommunen

    Konzepte für den Siedlungsraum, fachliche Information der Bürgerinnen und Bürger sowie Hinweise zu Fütterung, Abfallmanagement und Grünflächenpflege.

  • Schadensdokumentation

    Fotodokumentation und fachliche Einschätzung von Schäden und ihrer Ursache, zum Beispiel als Grundlage für Handwerksbetriebe oder die Abstimmung mit Ihrer Versicherung.

Wildtierarten

Typische Arten im Siedlungsraum

Lebensweise, Rechtsstatus und geeignete Maßnahmen unterscheiden sich von Art zu Art deutlich.

  • Kleinbär

    Waschbär

    Nutzt Dachböden, Schornsteine und Zwischendecken als Quartier. Verkotung, zerstörte Dämmung und Dachschäden sind die Folge. Der Waschbär steht auf der Unionsliste invasiver gebietsfremder Arten.

  • Marderartige

    Steinmarder

    Typischer Bewohner von Dachböden und Zwischendecken. Lärm, Geruch, verschleppte Beutereste sowie Schäden an Dämmung und Kabeln sind häufige Anzeichen.

  • Hundeartige

    Rotfuchs

    Zunehmend in Gärten, Parks und Grünanlagen anzutreffen. Baue unter Gartenhäusern, Terrassen oder Fundamenten führen zu Konflikten.

  • Vögel

    Stadttauben

    Kot an Fassaden, Balkonen und Dächern verursacht Verschmutzung, Materialschäden und hygienische Belastungen. Gefragt sind tierschutzgerechte Abwehrsysteme.

  • Nagetiere an Gewässern

    Nutria und Bisam

    Untergraben Ufer, Böschungen und Dämme. Beide Arten stehen auf der Unionsliste invasiver gebietsfremder Arten.

  • Geschützte Arten

    Siebenschläfer, Fledermäuse, Gebäudebrüter

    Diese Arten sind besonders oder streng geschützt. Maßnahmen an ihren Quartieren sind nur mit naturschutzrechtlicher Genehmigung zulässig.

Vorgehen

So arbeiten wir

  1. Anfrage und Ersteinschätzung

    Sie schildern uns Ihre Beobachtungen, zum Beispiel Geräusche, Spuren, Zeiten und Fotos. Wir schätzen ein, um welche Art es sich wahrscheinlich handelt.

  2. Ortsbesichtigung

    Wir prüfen Zugänge, Spuren, Schäden und mögliche Jungtiere und ermitteln, was das Objekt für die Tiere attraktiv macht.

  3. Rechtliche Einordnung

    Wir berücksichtigen Jagd-, Naturschutz- und Tierschutzrecht, Schonzeiten und den Status des Grundstücks.

  4. Maßnahmenkonzept

    Sie erhalten ein Konzept aus Prävention, Vergrämung und gegebenenfalls abgestimmten weiteren Maßnahmen.

  5. Umsetzung und Kontrolle

    Zugänge werden erst verschlossen, wenn sicher ist, dass sich keine Tiere mehr im Gebäude befinden. Anschließend prüfen wir die Wirksamkeit.

Rechtlicher Rahmen

Rechtlicher Rahmen

Häufige Fragen

Häufig gestellte Fragen

Darf ich einen Waschbären auf meinem Dachboden selbst fangen?

Nein, nicht ohne Weiteres. Der Waschbär unterliegt in Nordrhein-Westfalen dem Jagdrecht, und auf Wohngrundstücken ist für einen Fang in der Regel eine behördliche Genehmigung erforderlich. Wir beraten Sie zum Vorgehen und stellen den Kontakt zu den zuständigen Stellen her.

Wann darf ich Zugänge zum Dachboden verschließen?

Erst wenn sicher ist, dass sich keine Tiere mehr im Gebäude befinden. Im Frühjahr und Frühsommer ziehen viele Arten Jungtiere auf. Werden diese eingeschlossen, verenden sie qualvoll, und es entstehen Geruchs- und Folgeschäden.

Hilft es, die Tiere einfach wegzufangen?

Meist nur kurzfristig. Frei gewordene Reviere werden neu besetzt, solange Nahrung und Unterschlupf vorhanden sind. Dauerhaft wirken die Beseitigung der Anziehungsfaktoren und bauliche Prävention.

Was kann ich selbst vorbeugend tun?

Mülltonnen sichern, keine Speisereste auf den Kompost geben, Tierfutter nicht im Freien stehen lassen, Bäume und Rankpflanzen am Haus zurückschneiden und Fallrohre mit einem Kletterschutz versehen. Bei einer Ortsbesichtigung nennen wir Ihnen die Schwachstellen Ihres Gebäudes.

Übernimmt die Versicherung die Schäden?

Das hängt von Ihrem Versicherungsvertrag ab. Eine fachliche Dokumentation der Schäden und ihrer Ursache erleichtert die Klärung mit dem Versicherer.

Wildtiere am oder im Gebäude?

Beschreiben Sie uns Ihre Beobachtungen. Wir ordnen die Situation fachlich und rechtlich ein und zeigen Ihnen geeignete Lösungen.